sei flexibel . sei geduldig . sei zweifelsfrei 

Sei mehr Baum

was Bäume über unser Leben verraten

 

Was Bäume über unser Leben verratenund wie wir ihr Wesen und Wirken 
für unseren Alltag einflechten, verwurzeln und schliesslich zur neuen Blüte bringen können. 

Was Bäume über unser Leben verraten.

Bäume sind wirklich erstaunlich

Sie wandeln nicht nur Kohlendioxid in Sauerstoff um, was für alle, die gerne atmen, ziemlich wichtig ist. Wusstest du, dass sie auch Netzwerke mit anderen Bäumen bilden, dass sie aktiv werden können, wenn sie bedroht werden und dass sie alle möglichen cleveren Strategien verfolgen weiterzuwachsen, selbst wenn sie gefällt werden? Bäume gibt es seit fast 400 Millionen Jahren – genug Zeit also, um echte Weisheit zu gesammelt zu haben -  und sie sind währenddessen zu Meistern im 
Anpassen, Überleben und Gedeihen geworden. 

Der Schicksalsbaum

Am Rande eines kleinen Dorfes stand eine uralte, knorrige Eibe, die schon viel im Leben gesehen hatte und den alle den Schicksalsbaum nannten. Nun waren aber die Menschen in diesem Dorf unzufrieden mit ihrem Schicksal und meinten, dass alle anderen es besser hätten, als sie selbst. Von Tag zu Tag stritten sie sich immer heftiger, denn keiner gönnte dem anderen sein vermeintliches Glück.

Eines Tages entschied der Dorfälteste, dass alle Bewohner ihre Ängste und Probleme in ein Päckchen wickeln und gut verschnürt an diesen Baum hängen sollten. Am Morgen des darauf folgenden Tages sollten sie sich wieder ein anderes Päckchen von diesem Baum mit nach Hause nehmen.

Dieser Vorschlag gefiel allen überaus gut und so taten sie es auch. Überglücklich feierten sie die ganze Nacht, glaubten sie doch, auf diese Weise ihr Unglück und schlechtes Schicksal überwinden zu können. Am anderen Morgen, wenngleich noch etwas benommen von dem ausgelassenen Feiern, strömten sie wieder zu jenem Baum, um das Schicksal eines anderen abzuholen, das doch weitaus besser und erträglicher sein müsse, als das eigene.

Wie sie nun ihr neues Päckchen öffneten, erschraken sie und waren zutiefst bestürzt. Das Schicksal der anderen schien ihnen noch viel schlimmer, als das eigene zu sein. Beschämt liefen alle zu dem Schicksalsbaum zurück, hängten das fremde Päckchen wieder in die Äste und suchten ihr eigenes.
taxus baccata vom 3.November bis zum 11. November

Eibe

Geduld ist eine Tugend 

Geduld, Planung und sich Zeit zum Nachdenken, über die gemachten Erfahrungen zu nehmen, sind ein wichtiger Teil der Entscheidungen, welchen Weg wir einschlagen wollen. Die Eibe ist die weise alte Grossmutter der Bäume – sie wird traditionell mit Magie in Verbindung gebracht und soll bis zu 2000 Jahre alt werden können. Genaues weiss man nicht, weil Eiben ihr Alter nicht preisgeben. Ältere Exemplare sind nämlich hohl, sodass man die Jahresringe ihres Stamms nicht zählen kann. Ein Teil des Geheimisses ihrer Langlebigkeit liegt darin, dass sie langsam wachsen und ausgedehnte Wurzelsysteme entwickeln, in denen sie Nährstoffe speichern können, falls der Baum einmal beschädigt werden sollte. 
Die Eibe gehört zu den ältesten magisch-mystischen Räucherpflanzen, die bereits unsere Vorfahren schätzten. Alles an der Eibe ist giftig, bis auf das Fruchtfleisch der roten Beeren. Der Kern der Beeren ist aber wieder giftig. Ihre Rinde ist fein und wenig davon lässt sich mit einfachem Streicheln des Baumes ernten. Am besten schaut man sich um eine Eibe herum einfach um. Meist liegt da schon ein Ast bereit, dessen Rinde man bequem nehmen kann. Man kann sie dünsten und räuchern. Nicht zu viel, da die Giftstoffe über die Haut aufgenommen werden. Die Eibe hat eine gewisse Schwere, die man für das Abtauchen in die unteren Anderswelten verwenden kann. Dennoch ist sie ein eher erhebender Baum, als dass sie erden würde. Eibe kann als Räucherstoff nicht käuflich erworben werden bzw. der Verkauf der getrockneten Nadeln ist verboten. 

… 

Der Tod ist nur ein Tor, auf unserer langen Reise durch die Ewigkeit.
 Doch wenn deine Stunde kommt,
möge er dich lebendig finden!
Jeder Augenblick, jede Begegnung ein einzigartiges,
wundervolles Geschenk.

Was zählt wirklich im Leben?

Die Botschaft der Urmutter Eibe ist Transformation. Sei bereit, in die Tiefe zu sinken, zu sterben um dich dann zu erneuern über dich selbst hinauszuwachsen.
Was zählt wirklich – im Angesicht des Todes?
Und selbst der Tod verliert seinen Stachel im Lichte der Liebe. Ist dir bewusst, dass immer Pflanzen und Tiere sterben müssen, damit du überlebst? Von dieser Seite betrachtet, wird dem Tod eine gütigere Rolle anerkannt. Nur der wahre Wandel, von Liebe verursacht, ist von Bedeutung. Die ist die beste Nachricht aller Zeiten: Wir alle sind sicher und geborgen im ewigen Wandel der Liebe.
Ohne den Impuls der Eibe, verlieren wir den sich immer wiederholende Zyklus von Lebens zum Tod vollständig. Den Rhythmus von Gesundheit und Krankheit – von Tiefschlägen und der Hoffnung, der Zuversicht und den Glauben vom ewigen von Sterben und Werden. Wenn die Liebe das Bewusstsein nicht mehr erreicht, wird es von Angst verseucht. Angst vor dem Tod wie vor dem Leben. Angst vor dem Unbekannten, der Dunkelheit, der Zukunft. Angst vor Erkenntnis, Angst vor dem wahren Ich. So flüchten wir uns in Ablenkung aller Art, Konsumrausch, Vergnügungssucht und Missbrauch.
 
Gehe also, wie die Eibe, langsam vor und sei ruhig manchmal etwas geheimnisvoll.


 

Das kleine Kastanienwunder


Nun fallen die Kastanien wieder von den Bäumen. Wusstest du schon, dass die letzte Kastanie, die du findest und einsteckst, – vielleicht – eine Zauberkastanie ist?
Heute war ein stürmischer Herbsttag. Überall tanzten Blätter durch die Luft und trudelten dann zu Boden. Hier und da fiel eine letzte Kastanie, Eichel oder Walnuss zu Boden.

 “Meine Tante sagt, die letzten Kastanien, können zaubern”, sagte Anna. Sie sammelt sie und steckt sie in ihre Jackentasche. “Zaubern?“ Die Kinder konnten dies nicht glauben. “Das ist doch bloss eine von deinen komischen Ideen”, maulten sie. “Nein. Ist es nicht.” Anna bückte sich nach einer Kastanie und steckte sie in ihre Tasche. “Das ist nun meineZauberkastanie”, erklärte sie. “Die werde ich immer bei mir tragen.“ “Und das soll ein Zauber sein?”, fragte Florian. Anna nickte. “Wenn du die Kastanie anfasst, denkst du an die Sommersonne und wenn du im Winter an schönes warmes Wetter denkst, ist das wie ein Sonnenzauber. Die Zauberkastanie zaubert dich dann ein bisschen in den Sommer zurück.“  “Du spinnst.“ Ihre Freunde lachten. “Nein”, sagte Anna. “Es ist schön, an grausigen Kaltwettertagen an die Sommersonne zu denken.” Katja nickte. “Stimmt. Das ist eine tolle Idee.” Sie bückte sich nach einer Kastanie. “Warum nicht?”, brummte Florian und griff schnell nach einer Kastanie. Dem schlossen sich die anderen Kinder an. “Ich bin echt gespannt auf den Zauber”, meinte Max. “Und ich freue mich darauf”, sagte Lena.
 Die anderen nickten. Sie freuten sich wirklich, nun eine Zauberkastanie zu haben.
 “Wir können noch mehr zaubern”, meinte Anna. “Im Frühling. Aus der Zauberkastanien können nämlich Zauberkastanienbäume wachsen.” “Du meinst, wir vergraben unsere Kastanien in der Erde?”, fragte Florian. “Meine Tante sagt, das macht man so:” sagte Anna. “Sie trifft sich mit Freunden an einem warmen Frühlingstag und dann werfen sie ihre Kastanien alle gleichzeitig mit einem Schwung ganz weit in den Wald oder in den Park. “Drei-zwei-eins-null und Frühling ist!”, rufen sie dabei. “Und dann?”, fragte Lena.
 “Dann wachsen aus den Zauberkastanien vielleicht kleine Kastanienbäume. Ach nein, ganz bestimmt wachsen die, denn es sind ja Zauberkastanien”, erklärte Anna.
 Ihre Freunde waren begeistert. “Das machen wir auch.”
 Und Lena fügte leise hinzu: “Da hat man etwas zum Freuen. Besonders an kaltnassen Wintertagen.
aesculus hippocastanum vom 12. November bis zum 21. November

Edelkastanie

Geniesse die guten Zeiten

Lerne für die guten Zeiten offen zu sein, wenn sie da sind und mach das Beste aus ihnen. 
Jedes Frühjahr lassen die Kastanienbäume ihre Kerzenblüten spriessen, deren betörender Duft alle möglichen Insekten anzieht und zu rauschenden Pollen-Partys einlädt.
Dieses Feel-good-Lebensgefühl zahlt sich in Form von Befruchtung aus und wird im Herbst reich belohnt, wenn die Äste voll von Kastanien hängen, Natürliche kommt eines Tages der Winter zurück, aber solange die Sonne scheint, blühe auf und feiere das Leben. 

 ...

Halte inne – sei geduldig. 
Alles, was du brauchst ist jetzt schon hier 
und was du morgen benötigst 
ist bereits unterwegs zu dir. 
Die Fülle des Seins nährt die Seele. 
Alles ist an seinem Platz. 

...

Die Rosskastanie, ein Urbaum  Europas, überlebte die letzte Eiszeit in einem entlegenen Tal im Balkangebiet. Dort stecke sie dann allerdings fest, weil ihre freigiebigen, grossen schweren Samen niemals weit fallen. Erst im 16 Jahrhundert wurde dieser schöne Baum von einem westlichen Reisenden „entdeckt“. Und fand durch die Hilfe des Menschenwieder weite Verbreitung. Heute spielen wieder viele Kinder, in vielen Gegenden der Welt, mit den glänzen rotbraunen Samen. Doch darauf hat dieser Baum fast zehntausend Jahre lange gewartet. Der Engel der Rosskastanie besitzt eine geradezu engelhafte Geduld. Er lehrt dich das Ur-Vertrauen, das was du brauchst, um im inneren Frieden, auf dir richtige Stunde zu warten. Und wohlgemerkt: Haben wir das Warten gemeistert, warten wir nicht mehr: Wir leben, wir geniessen das Leben so, wie es ist. Wir haben nicht nur die Geduld gewonnen, sondern auch den Optimismus und die Zuversicht, dass alles gut werden wird. Oder bereits gut ist und noch besser werden wird. Wir wissen, dass das Universum ein Füllhorn ist, das uns Fülle schenkt. Wir stimmen uns ein und erden selbst grosszügig und freigebig wie der Baum, der auf grossem Fuss lebet. Mit grossem Blättern ,grossen Knospen und grossen Samen. 
Halte dich nicht zurück. Sei grossherzig, sei grosszügig. Was sich leert, wird auch wieder gefüllt werden Vertrauen und erfreue dich und die anderer.
 
Ohne den Segen der Rosskastanie verlieren wir schnell die Geduld, wir eilen und hetzten und rennen hinter Dingen her, die uns auch keinen Frieden schenken, weil unser ganzes Timing nicht stimmt. In schlimmen Fällen werden wir richtig pessimistisch, geizig und misstrauisch.
 
Die Maroni wärmt  die Seele und den Magen. Sie stärkt in dir die Überzeugung, dass alles, was dir das Schicksal zum Reifen und Wachsen aufgibt, letztendlich zu Freude und Glück führt. Sie hilft dir, freiwillig, mit offenen Augen und offenem Herz, das Leben mit all seinen Lernsituationen geduldig anzunehmen. 
 
Traurige, einsame Menschen und vor allem Kinder brauchen Maroni. Sie helfen ihnen, am eigenen Du zu wachsen und sich nicht mehr so einsam zu fühlen. Ein Maroniessen  mit Freunden ist deshalb etwas ganz besonders Kostbares. Dabei schenkt euch die Maroni ihre verbindende Wärme und hilft gleichzeigt jedem, ganz bei sich zu bleiben. Starke, gute, tragfähige Freundschaften werden so aufgebaut und das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt. Maroni stärken die weiblichen und männlichen Sexualorgane, da sie verbunden sind mit Kommunikation, Zeugung und dem Austausch von Kräften, Von dieser schöpferischen Idee her kann sie hilfreich sein bei unerfülltem Kinderwunsch. Sie hilft dir, dich zu verwirklichen – aber nur, wenn das lustvoll und frei und unverkrampft geschehen darf. 

Müssen kann man ein Kind nicht 

Edelkastanien machen bodenständig und entgiften  von Stress, Ablagerungen, Wasser und auch allzu hochfliegenden Ideen. Am besten sammelt man Kastanien zusammen mit Freunden – sie stäken ja die Freundschaft – und macht dann auch  gleich ein Kastanienfeuer und ein Kastanienfest. So stärkst du die Freundschaft und deine eigene, Lebenslust. Im Südtirol kann man extra Maroni Pfannen kaufen, damit man sie über dem offenen Feuer braten kann. Und dann spüre die warme, stille Zeugungskraft der Kastanie und lass das Leben durch dich hindurch fliessen. Still oder mit gemeinsamen Singen und Reden. 

...

Maronisuppe nach deinem Rezept der hl. Hildegard von Bingen.
600 Gramm Maroni gekocht und geschält. 
1/4 Knolle Sellerie
1 Zwiebel
1 Esslöffel Butter
1 Liter Boullion
1/16 Rotwein – den Rest zur Suppe trinken
200 Milliliter Sahne – und noch etwas  mehr, zur Dekoration der Suppe
zirka 100 Gramm geriebener Käse
Die Maroni in reichlich Wasser kochen, noch sehr warm  schälen. Heiss geht die Schale am besten ab. Viel Arbeit, die sich aber lohnt ;) Die Zwiebel und den Sellerie schälen und würfeln. In einem Topf mit der Butter andünsten und wenn sie Farbe annehmen, die Maroni dazu geben und kurz mitdünsten. Dann die Brühe angiessen. Die Suppe aufkochen und auf mittlerer Hitze für 25 Minuten köcheln lassen. Danach die Sahne angiessen, einen Schuss Rotwein dazu geben, mit Pfeffer, Galgant und Nelken würzen und alles mit dem Pürierstab fein pürieren. 

Den Backofen vorheizen und – während die Suppe köchelt – auf deinem Backpapier kleine Häufchen mit geriebenem Käse machen und diese backen. Die Suppe in Tassen schöpfen, Sahne und je einen „Parmesan-Taler“ darauf geben und schon hast du eine Suppe die wärmt den Magen, die Seele und das Haus.
Guten Appetit. 

...

Ein einziger Kastanienbaum ernährt  eine ganze Familie, safte man damals, als es noch nicht so selbstverständlich war, gesund über den harten Winter zu kommen. 

Das Holz der Edelkastanie ist sehr hart und wasserbeständig und wird deshalb bis heute für den Schiffsbau verwendet – die Edelkastanie hilft uns Menschen über das Wasser zu gehen, ist also ganz tief mit dem Emotionen verbunden. 

Auch  als Feuer spendet das Holz nähernde und heilende Kraft. Die schon herbstlichen Blätter als Tee getrunken, helfen gegen hartnäckigen Husten.

Als Bachblüte „Sweet Chestnut“ ist die Edelkastanie das Mittel gegen totale Verzweiflung. Sie hilft, optimistischer, realistischer und menschlicher zu werden, Schwächen zuzulassen und sich vertrauensvoll in die Hand des Schicksals zu begeben.

Edelkastanien werden bei Venenbeschwerden eingesetzt. Mit ihrer gefässabdichtenden  und venenstärkenden Wirkung (antiexsudativ, venentonisierend), verhindert sie Gewebewasseransammlungen (ödemhemmend) und fördert den Rückfluss des Blutes zurück zum Herzen. Erschlaffte Venen werden wieder gestrafft, die Kapilarbrüchigkeit wird herabgesetzt und zusammen mit der beschleunigten Blutflussgeschwindigkeit, wirkt die braune glänzende Nuss, gegen Thrombosenbildung. Bei Schweren Beinen, nächtlichem Wadenkrämpfen und Beinschwellungen kann die Kastanie, zusammen mit Mäusedorn, Süssholz und Ginseng gute 
Dienste erweisen. 

Bei Menstruationsbeschwerden und bei Bauchweh aus Angst vor kommenden Ereignissen. Eine Handvoll heisse Maroni in ein Tuch wickeln und auf den Bauch legen. Geniesse den Duft und die Wärme.

... 

Der lateinische Gattungsname Aesculus leitet sich von „esca“ Futter ab und der Artname „hippocastanum“ lässt sich vom griechische „hippos“ Pferd und „castanea“ Kastanie ableiten. Matthiolus beschrieb im Jahr 1565 die Anwendung der zerkleinerten Früchte bei müden, erschöpften Pferden: „Sie sollen den kreichenden Rossen sehr behülflich sein“. Das weist auf eine alte Heilanwendung hin, die türkische Pferdeknechte, bei Husten und Dämpfigkeit der Rösser eingesetzt haben. Das Saponin, das in Samen reichlich vorhanden ist, löst den zähen Schleim in den Bronchien erkrankter Tiere. Zur damaligen Zeit diente die Frucht auch als stärkender Futterzusatz für erschöpfte Pferde.