Imbolc

Erste Lichtimpulse bis zu den Wurzeln, das Jahresrad beginnt wieder zu drehen
Aufwachen! 
Lichtmess wird an einem Tag bei zunehmendem Mond im Februar gefeiert. Brigid weckt die Bäume, rüttelt und schüttelt an allem Alten und Erstarten. Die Samen werden geweckt. Reinigen und geniessen gehört in diese Zeit. Alles bekommt nun Wasser, Erstarrtes fliesst wieder. Die Frühjahrssonne taut Eis und Schnee, alles Leben regt sich wieder. 

Lichtmess – das Licht wird messbar mehr.
 
Das Element Feuer löst das Element Luft des Winters ab. Feuerenergie heisst, für etwas brennen, Feuer und Flamme zu sein, zündende Gedanken zu haben. Alles ist nun schnell, inspirierend und überschiessend. Vom 25. November, dem Katharinentag, bis Lichtmess ist das Jahresrad angehalten („St.Katherin stellt das Tanzen ein“).Nichts dreht sich mehr. Alles kehrt sich nach innen. Jetzt wird das Rad wieder angeschoben und endlich kommt alles wieder in Bewegung, umso mehr, je intensiver du deine innere Arbeit geleistet hast.

Den zu Weihnachten geborenen Ideen wir nun Gestalt gegeben und neue Projekte werden gestartet. Von allem noch nicht Sortierten und nicht Bearbeiteten, kannst du dich nun endgültig verabschieden.

Es wird Zeit zu lüften – raus mit dem Wintermief.
 
Im Lauf des Jahres begegnen uns immer wieder christliche Feiertage, die mit ihrer Symbolik genau in die vorherrschende Zeitqualität passen. Das tief verwurzelte Wissen der Menschen über die Zeitqualitäten hat sich über all die Jahrhunderte erhalten. Bei der Christianisierung haben die Menschen ihre naturreligiösen Feiertage der neuen Religion angepasst – oder haben sie ihre alten Religion behalten? „Religio“ lateinisch übersetzt: Das Zurückbinden, sich auf etwas Beziehen, auch die rücksichtsvolle, gewissenhafte Beachtung, Bezug haben, Wurzeln haben. Die Menschen hatten diese Wurzeln schon. 
Zu diesen Feiertagen um Lichtmess gehören: 
Darstellung des Herrn, am 2. Februar, 40 Tage nach seiner Geburt, wurde Jesus in den Tempel gebracht – ein Reinigungsopfer. 
 
Hl. Blasius, am 3. Februar in der katholischen Kirche wird der Blasiussegen erteilt, mit zwei weissen Kerzen, quer übereinander – wie das Andreaskreuz damit wird der Hals gesegnet. Der Hals  als Dreher des Kopfes, griechisch „kyklos“ übersetzt: Der Kreis, der Zyklus, auch das Rad. Gesegnet wird das Lebensrad, das sich nun wieder zu drehen beginnt. Der hl. Blasius steht auch für die Winde, die nun kräftig gegen das Alte blasen. 
 
Heilige Agathe aus Sizilien, am 5. Februar, „Hl. Agathe, die Gottesbraut, macht dass Eis und Schnee nun taut“. Weil Sie sich dem Stadthalter verweigerte, liess dieser ihr der Legende nach die Brüste abschneiden. Auf alten Darstellungen sehen wir Agathe mit einem Tablett samt ihren Brüsten darauf – Symbol der erwachenden Weiblichkeit. Backe zu Lichtmess Agatha-Küchlein. Verbinde dich mit Agathe, mit einer sinnlichen, lustvollen, selbstbestimmten Weiblichkeit. Segne deinen Jahreslauf, du darfst dich ungestraft allem nicht zu dir Gehörenden verweigern. 
 
Hl. Valentin – der Schutzpatron der Liebenden/ der Freundschaft, am 14. Februar. Auch die Fasnacht als schöpferisches Chaos gehört in diese Zeit und damit das Erwachen neuer Ideen, neuer Liebschaften und neuen Lebens. Tanze, liebe und feiere und erwecke deine Ideen zum Leben, lass sie Gestalt annehmen. Stärke dich dazu mit süssen Brüstchen, am besten zusammen mit deinen Freundinnen. Falls ihr ein Feuer entzünden möchtet, wäre es gut, dieses von einem jungen Mann mit Feuerpfeil tun zu lassen. 


Agatha-Küchlein: 1 Kilo Weissmehl, 6 Deziliter Milch, 42 Gramm Frischhefe, 2 Teelöffel Salz und 100 Gramm Butter. Vermische alle Zutaten und knete ihn zu einem geschmeidigen Teig. Lasse ihn ruhen, bis er auf das doppelte Volumen aufgegangen ist und forme handgrosse Kugeln daraus. Lasse die Kugeln wieder etwas aufgehen, bestreiche sie mit Eigelb und lege jeweils auf je eine Kugel, eine Cocktailkirsche. Backe sie bei 180 Grad, goldbraun und schon hast du viele schöne Agathabrüste. 

Frischen Wind und Lust und Liebe wünsche ich dir. 

Räuchermischung zu Ehren Imbolc

Zusammengestellt aus Mastix, Birkenblätter, Anikablüten, Ringelblumenblüten, Saflorblüten und Mistel

Danke Timea

Quellenangaben
 Wildes Weiber Wissen / Katharina Waibel 
Zeichnungen Sarina Vogler
Räuchermischung Timea Vogler