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Melissa Officinalis  Melisse

«Melisse macht das Herz fröhlich»

Der Name Melisse stammt von griechischen Wort Melissa: die Honigsüsse, Honigbiene. Die Melisse ist eine bekannte Bienenfutterpflanze und wird von Imkern gerne in der Nähe des Stocks gepflanzt, um die Bienen damit anzulocken. Diese markieren nämliche ergiebige Futterquellen mit einem Sekret ihrer Drüsen, das dem Geruch und den Inhaltstoffen der Melisse ähnelt. Neue Bienenstöcke werden daher mit Melisse eingerieben, damit das Volk nicht ausschwärmt.

Man könnte Zitronenmelisse als Essenz aus der Summe vieler Heilpflanzen bezeichnen. Das Individuelle, das eine bestimmte Heilpflanzen auszeichnet und das in der Therapie eigentlich erwünscht ist, hat sich bei der Melisse weitgehend verflüchtigt. Zurückgeblieben ist ein unglaublich sanftes, allheilendes Wesen. Die Melisse ist eine Heilpflanze, die uns mit tiefer Dankbarkeit und Ruhe erfüllt. Ihr Wesen entspricht einer sanften liebkosenden Berührung. Sie schenk entspannte Ruhe, wenn Nervosität und Anspannung zu Magen-Darm-Störungen und Herzbeschwerden führen.

Die Melisse gehört zum Menschen, der wie die «Prinzessin auf der Erbse» die kleinsten Unannehmlichkeiten des Lebens als hart und stärend empfindet. Ein grosses Harmoniebedürfnis zeichnet ihn aus. Er liebt alles Schöne, Zarte, Ebenmässige, Liebliche. Bereits kleine Unpässlichkeiten trüben sein Lebensgefühl, und er brauch viel Zuwendung. Die Melisse wendet sich ihm zu, sie versinnbildlicht das helfende Prinzip. Einschlafschwierigkeiten, Verdauungsprobleme, nervöse Unruhe und leichte Herzbeschwerden – dort wo das Harmoniebedürfnis gestört ist.

 

Was brennt dir auf den Lippen?

 

Melisse ist das Mittel erster Wahl bei Herpes. Fast alle Hautthemen haben etwas mit dem Unterbewusstsein, den Emotionen und dem Stresslevel zu tun. Das ist bei Neurodermitis so, bei Schuppenflechte, bei Akne, trockener Haut – und auch bei Herpes.

Herpes unterscheidet sich von einigen anderen Hauterkrankungen. Medizinisch gesehen ist Herpes ein Virus, der in einem schlummert und unter gewissen Umständen zum Vorschein kommt. Ungefähr 90% der Menschen tragen den Virus Herpes simplex in sich. Viele finden die kleinen, aufplatzenden Bläschen in der Nähe des Mundes und an den Lippen eklig. Schließlich sind sie ja ansteckend.

Was aber sind die Gründe, wieso Herpes ausbricht? Ekel? Sonne? Menstruation? Schwaches Immunsystem? Infekte? Kann sein. Hinter einem Symptom der Haut liegen oft Emotionen aus der Vergangenheit »

Wer schon einmal Herpes hatte, der weiß: Herpes tut weh. Er brennt und juckt. Jede Berührung der Stelle schmerzt.

Die Bedeutung von Herpes liegt unsagbar wortwörtlich nah:

Etwas brennt der Person auf den Lippen. Es gibt etwas Unausgesprochenes, was unbedingt raus will. Etwas, das mit Feuer aufgeladen ist. Er ist aufdringlich, für dich und andere, für jeden sichtbar und kann lange anhalten.

Was kann dieses brennende Unausgesprochene sein?

Ein Vorwurf, der innerlich brodelt – wie ein Vulkan.

Es steckt viel unerlöste Energie, die droht zu explodieren.

Meist betrifft das Ungesagte das andere Geschlecht. Diese emotionalen Vorwürfe, die Herpes adressiert, richten sich oft gegen das andere Geschlecht, die der Leidtragende nicht schafft, auszusprechen. Die Vorwürfe werden auch oft nicht als solche wahrgenommen und sind der Person nicht bewusst. Manchmal sind einem die Vorwürfe bewusst, aber sie werden aus Liebe heruntergeschluckt. Oftmals ist es der Fall, dass unbewusste Verhalten in uns laufen. Aus Gelerntem und Erfahrungen, die es uns gar nicht erlauben, etwas Böses zu sagen. Es müssen noch nicht mal eigene Verhalten sein, sondern können auch von den Ahnen übernommen worden sein.

Das Thema liegt im Unterbewusstsein – und ist damit schwerer zu erreichen.

Es kann aber auch sein, dass es sogar eine Wut ist, die hinter dem Herpes steckt. Vielleicht auch, weil eben etwas nicht über die Lippen gebracht wird. Oder eine Lüge, eine Richtigstellung oder Konflikt. Es sind Themen, die sich auf unseren Lippen festgesetzt haben.

Die herzförmigen Blätter duften beim Zerreiben intensiv nach Zitrone. In diesen Duftblättlern sitzt die Heilkraft, über die Hildegard von Bingen schrieb: «Dies Mittel macht das Herz fröhlich». «Herztrost» nannten sie die mittelalterlichen Kräuterbruchautoren. Die Melisse, vom den Benediktinern 1611, von Orden der barfüssigen Karmeliter eingeführt.

Die Blätter «stärken das nervöse Herz», harmonisieren und beruhigen. Paracelsus setzte die Melisse in Sinne der Signaturlehre aufgrund ihrer herzförmigen Blätter bei Herzkrankheiten an. «Melisse ist von allen Dingen, die die Erde hervorbringt, das beste Kraut für das Herz. Sie erneuert alle Kräfte des Körpers.»

Beim Räuchern wirkt die Melisse ähnlich vielfältig..Die Anwesenden werden umhüllt, beschützt und gestärkt. Wenn man in einer eher niedergedrückten Stimmung ist, kann die Melisse die negativen Gedanken verscheuchen. Auch kann die Melisse das Herz öffnen und den Geist widerstandfähiger und stärker machen.

 

Literaturhinweis

zauberhaut.coach

Pflanzliche Urtinkturen / Roger & Hildegard Kalbermatten

Praxis-Lehrbuch Pflanzenheilkunde / Ursel Bühring

raeucherwelt.ch

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