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Jul

zwischen 21. und 22. Dezember. Wintersonnenwende

Der kürzeste Tag des Jahres - Wintersonnwende. Auch Alban Arthuan (Licht Arthurs), Jul-Fest, Mutternacht, Weihnacht oder Heilige Nacht genannt.

Du siehst jetzt wie es wirklich ist – kein Schönreden funktioniert mehr.

Das Ausatmen, die nach innen gerichtete Energie, die Nacht, schlafen und träumen gehören zur Zeitqualität des Winters. Die Geburt, die frühe Kindheit, das Alter und der Tod sind dieser Zeit zugeordnet.

Dies sind Zeit grosser Übergänge und Achtsamkeit, viel Schutz und Ordnung sind jetzt notwendig. Jetzt ist die Zeit, endlich zur Ruhe zu kommen und sterben zu lernen, damit du wieder aufblühen kannst. Die Ruhe und die Stille, das Brachliegen, sind typisch für den Winter. Auf den abgeernteten Feldern werden die Steine sichtbar, du siehst jetzt wie es wirklich ist – kein Schönreden funktioniert mehr.

Der Scharfsinn ist dieser Zeit zugeordnet. Denke an einen klirrenden Wintertag, mit schneidend kaltem Wind. Klare, messerscharfe Gedanken sind jetzt notwendig, keine Verneblungen können mehr zugelassen werden.

Ruhe und Stille, Heilung

Wir feiern am 21. oder 22. Dezember, also mitten im Winter die Wiedergeburt des Lichts. In dieser längsten und tiefsten Nacht, in ihrer stillsten Stunde, gebiert Mutter Erde das neue Licht. In der Zeit der grossen Umkehr erfüllt, sich das Versprechen der Wiedergeburt.

Immergrüne Pflanzen wie Tanne, Stechlaub und Mistel sind Symbole der Unsterblichkeit. Unsere Vorfahren schmückten in dieser Zeit ihre Behausungen mit immergrünen Pflanzen, um der Hoffnung auf die Wiederauferstehung im Frühling Ausdruck zu verleihen.

All unseren Projekten und Neuanfängen gehen Geburtswehen voraus. Die Natur zeigt dir, dass immer dann, wenn es am dunkelsten ist und sobald du nicht mehr Schmerz ertragen kannst, das Wunder des Neuanfangs geschieht. Bei jeder Geburt erleben wir, wie aus Lust und Liebe, aus Schweiss, Blut, Schmerz und Tränen ein neuer Mensch entsteht. Dieses grosse Geheimnis ist ganz eng mit der Zeitqualität des Winters verbunden. Heilung und Neuanfänge geschehen in dieser heiligen Zeit.

Am Beginn unseres Lebens klammern wir uns buchstäblich an unsere Mutter, unseren Vater oder an den Menschen, der am Beginn unseres Lebens für uns das ist. Sich an einen Menschen zu binden, ist überlebensnotwendig für ein Menschenkind. Diese psychische Nabelschnur ist es, die einen Menschen fähig macht, seine Welt zu entdecken, kreativ zu werden, sich für Neues zu interessieren und mehr zu wollen als nur satt zu sein. Dieses Staunen und Begeistert-Sein macht verletzlich. Originalität macht angreifbar. Wer sich offenbart, bietet Angriffsfläche und wird oftmals zu Ziel von Spott oder Blossstellung: Geschieht dies oft genug, werden wir hart und stupf und versinken in Langeweile, da uns nichts mehr entdeckungswürdig oder interessant erscheint. Genau an dieser Stelle befinden sich die ersten und oftmals tiefsten Verletzungen. Hast du Angst, dass du nicht mehr geliebt wirst, sobald du deinen eigenen Weg gehst. Angst, verletzt zu werden, sobald du „Du“ selber werden möchtest - Angst, ausgelacht und beschämt zu werden, beim Versuch dich selbst auszuprobieren?

Orientierungslosigkeit gehört zu den unerträglichsten psychischen Erfahrungen. Sich verirrt zu haben, macht Angst und orientierungslos zu sein, ist dasselbe Gefühl wie sich verirren. Für ein Kind ist seine unmittelbare Bezugsperson wie ein Leuchtturm in der Brandung des Lebens. Das Wichtigste am Anfang des Lebens ist diese sichere Bindung. Sonst müssen wir immer wieder davonrennen, sobald das Leben mehr Reife von uns verlangt. Ein natürliche Respektperson und die sichere Gewissheit, gehalten und geborgen zu sein, ist die Grundvoraussetzung, um menschliche Würde zu entwickeln - Mensch Respekt und Anstand, ein gesundes Selbstwertgefühl, das so selbstverständlich ist, dass nicht andere dafür abgewertet werden müssen, dass den Menschen befähigt, seinen Platz in der Welt einzunehmen und verantwortungsvoll zu handeln.

Das Bedürfnis berührt und gehalten zu werden, ist Ausdruck dieses Verlangens nach Bindung. Wir Erwachsenen kennen Sex als Befriedigung dieses Verlangens. Sex ist ein mächtiges Bindungsmittel, dass das Gefühl von Einheit und Verschmelzung hervorrufen kann und soll. Bei Kuscheln, Lieben und beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das die Bindung zwischen zwei Menschen verstärkt. Je mehr geküsst, berührt, gestreichelt und je mehr Hautkontakt hergestellt wird, desto näher und vertrauter fühlen sich Paare und mächtige Emotionen werden frei. Genau diese Gefühle können verletzt werden. Zwischenmenschlicher Sekundenkleber ist kein Kinderspielzeug- sich binden macht sehr verletzlich. Sich gegen diese Verletzlichkeit zu wehren, macht hart und schon sind wir in einem Teufelskreis gefangen.

Verbindlichkeit, Schutz, Respekt und Würde sind Begriffe, die mit Reife zu tun haben und die dir in jeder Beziehung neu begegnen werden. Jede Bindung an einen Menschen, jedes Verliebt sein konfrontiert dich früher oder später mit deiner eigenen Unreife, mit deinen ganz persönlichen Konflikten und ungestillten Bindungssehnsüchten. Und jede emotionale Verhärtung bringt deine Entwicklung zum Stillstand.

In jeder Winterzeit, das heisst in jeder Krankheitszeit, musst du deine ganz persönlichen Irrtümern und Versagen betrauen. Die Enttäuschung zuzulassen macht wieder beweglich. Diese schlimmste kindliche Angst, die Angst verlassen zu werden, berührt dich im dann, wenn du festhalten willst. Du sollst nun die Fähigkeit entwickeln, mit unerfüllten Wünschen zu leben, um wieder weinen zu können. Finde die Tränen, die hinter der Frustration liegen. Dieses Frustriert sein veranlasst dich immer wieder, nie genug zu haben. Niemals satt zu werden. Es entstehen Impulse, andere zu beschämen. Eifersucht, Besitzansprüche, Furcht, Schuld und Scham sind die Folge ungestillter Bindungssehnsucht.

Beginne damit, schöpferische Einsamkeit wirklich zu leben, nicht jede Minute des Tages auszufüllen. Damit du dich selbst finden kannst. Wahre Unabhängigkeit und Individualität entwickeln wir Menschenkinder in einer sicheren Bindung an einen Erwachsenen. Vor allem entwickeln wir in einer sicher gebundenen Kindheit die Fähigkeit, uns auf anderer Menschen einzulassen, ohne sich selbst zu verlieren.

Lass dir in der stillen Winterzeit Flügel wachsen, lass dich tief ein, auf diese unbefriedigten und ungelösten Themen in dir selber, lass alles heil und ganz werden, denn der Frühling kommt bald. Jetzt ist die Zeit der Innenschau. Zeit, sich aus dem Alltag zurückzuziehen, zu schlafen und zu träumen. Heilung findet in so einer Zeit statt. Fragen drängen sich auf und wollen endlich gehört werden.

Wer und was gehört zu mir?

Wo komme ich her und wohin  gehe ich hin?

Was trägt und nährt mich und wurde ich getragen und genährt?

Wo bin ich vernachlässigt worden?

Wofür schäme ich mich und wer hat mich beschämt?

Trage ich Vorwürfe in mir?

Vorwürfe blockieren dich und machen nichts ungeschehen. Nur im Vergeben, im Fortgeben, im Verzichten liegt die Heilung und die Kraft. Jetzt sollst du deinen Schatten begegnen und dafür gegebenenfalls Hilfe in Anspruch nehmen. Nun wer dem Dreck begegnet (der dir Shela na Gig überreicht), wird das Blühen im Frühling erleben. Nur wer immer wieder den Weg nach innen geht, hat genug Kraft für die Neuanfänge. Nach dieser Arbeit darfst du befreit in Mutter Erde absinken und nur noch an die ersten Lichtimpulse zu Wiederaufblühen warten (um Lichtmess).

Dem Winter, dem Norden ist auch das Reich der Ahnen zugeordnet, die den Weg dieses ewigen Sterbens und Werdens vorausgegangen sind. Lass dich von ihrer Weisheit begleiten.

Seit Menschengedenken ist die Weihnachtszeit eine Zeit, in der es den Menschen bewusst ist, dass die Hilfe brauchen, um den immer noch langen Winter zu überstehen. Das ist eine der heilsamsten Zeiten, vieles kann sich ändern, Heilung passiert jetzt. Im Winter treffen sich Geburt und Tod, in dieser Zeit werden ganz frühe Wunden in uns berührt. Nicht umsonst werden Menschen zu Weihnachten „rührselig“. Etwas klingt in ihnen an und sie tun gut daran, diesem nachzuspüren. Weihnachten, die geweihten Nächte haben tiefe, weit zurückreichende Wurzeln.

 

Die 12 heiligen Nächte, die Rauhnächte: Zeit, um zu raunen, zu flüstern, um Stille zu hören und tiefe heilige Sexualität zu erleben.

Die Nächte von 24. Dezember bis zu 6. Januar stehen symbolisch für jeden Monat des vergangen Jahres.

An jedem dieser Tage kannst du räuchern und dir Gedanken darüber machen, was dir in den betreffenden Monaten alles begegnet ist.

Wo bist du weit über deine Kraft gegangen?

Wo war etwas zu feiern?

Was gilt es zu betrauern?

Dies alles ist an diesen heiligen Tagen zu tun:

Trauern, abschliessen, loslassen, feiern, sagen, was schon lange gesagt werden sollte und dich mit Menschen treffen, die dich stärken und inspirieren.

Du kannst auch Monatskekse backen, um täglich einen zu essen. Einen Likör herstellen, was auch immer für dich richtig ist, ist richtig.

Nur was angewandt werden kann, ist dienlich und heilig. Was im Alltag nicht funktioniert, ist nicht heilsam.

Lass dich nun in deine eigene, selbst gestaltete, herrlich heilsamem, sinnlichen, heilenden Weihnachtszeit sinken.

Pflanzen, die zu dieser Zeit gehören:

Die Fichte, die Tanne, Stechlaub und Harze und viele andere immergrüne Bäume und Pflanzen.

Alle Sommerkräuter stellen dir mit Feuerkraft und Luft ihre Kräfte zu Verfügung (beim Räuchern).

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