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Arnika Montana  Arnika

Lass dich trösten.

 

Die Blüten des Bergwohlverleihs, Stosskrautes, Entelskraut oder der Arnika machen immer einen etwas verstrubbelten Eindruck: Vom Wind zerzaust leuchten ihre dottergelben Blütenblätter auf wilden Bergwiesen. Die weiche Behaarung am Blütenboden gaben Anlass zu ihrer Namenbedeutung „Arnika“ von griechischen „arnion“- Pelz des Lammes.

Ihr Blütengelb soll dem Gelb im Auge des Wolfes ähneln, daher bekam sie ihren Namen Bergwohlverleih, abgeleitet von „Wohlferlei - Wolfsauge“. Im Mittelalter galt sie als Allheilmittel und wurde auch innerlich eingesetzt. Gegen Menstruationsbeschwerden, Erschöpfung, Gicht und Angina pectoris (Verengung der Herzkranzgefässe). Arnika ist seit Langem als Zaubergewächs bekannt. Im Zusammenhang mit der Sommersonnenwende gilt sie als kultisch, auch weil ihr Gelb so vielsagend leuchtet. Früher glaubte man, dass Arnika-Blüten, die man am Johannistag sammelt, besonders heilsam seien. Diese heidnische Überlieferung wurde später in das Volksgut integriert. Am Abend vor dem Johannistag steckt man vielerorts ein Sträußchen Arnika an die Ecken von Getreidefeldern, damit der Korndämon nicht zuschlägt. Arnika wird auch als Marienpflanze geschätzt und gehört in vielen Gebieten zu den Kräutersträußchen, die an dem kirchlichen Feiertag Maria Himmelfahrt geweiht werden.

 

Oben in den Bergen, auf Kämmen, den ganzen Tag der Sonne und ungeschützt den Stürmen ausgesetzt, wächst unsere Seelentrostpflanze. Arnika hilft bei Traumen körperlicher und seelischer Art. Wer sich tief auf das Leben einlässt, braucht auch immer wieder grosse Helfer. „Es ist der Schmerz, der die Tiefen in euch gräbt, in denen ihr Freude empfinden könnt. – sagte Khalil Gibran. Alles will angeschaut werden. Wut und Zorn, Angst und Schmerz.

 

Arnika hilft in ganz dunklen Zeiten, in Zeiten grosser Verletzbarkeit und wenn du einfach nicht noch mehr Unglück ertragen kannst. Lass dich trösten. Bei Zerrungen Verstauchen, Schock und immer, wenn Gewalt im Spiel war. Bei Trauer und grossen Verlusten. Bei Übermüdung - wenn du es kaum noch schaffst – bei einer Bergtour und im Leben.

 

Seelentrost bei grosser Trauer

 

Sie ist die Expertin für Geburten und Fehlgeburten – mit der Fähigkeit der Schöpferkraft kommt auch der Tod in dein Leben –denn Sterben und Geborenwerden gehören zusammen.

 

Du befindest dich in einer Zeit grosser Achtsamkeit!

 

Arnika wurde schon von den Germanen hochgeschätzt, dort war sie der Muttergöttin Freya geweiht. Sie galt als Schutz gegen Blitz, Hexen, Zauberer und üble Nachrede. Bei heranziehenden Gewittern wurde das getrocknete Kraut der Arnika abgebrannt und damit geräuchert, dazu wurde der Spruch: «Steck Arnika an, steck Arnika an, dass sich das Wetter scheiden kann» gesprochen. Gegen Blitzschlag und Hagel wurde Arnika auch unters Dach gelegt oder in der Stube aufgehängt.

 

Häufig wird Arnika bei Muskelrissen, Verletzungen – allerhand Verletzungen, Verstauchungen, Abszessen und Furunkel angewandt. Zum Beispiel eine Schwiele vom Mückenstich kann Arnika helfen. Sie wirkt entzündungshemmend, antiseptisch, schmerzlindernd bei Entzündungs- und Schwellungsschmerz, durchblutungs- und resorpitonsfördernd (verbessert die Aufnahme anderer Inhaltsstoffe).

Doch Arnika hat noch viel mehr zu bieten. Mit ihren mit immunstimulierenden Pflanzenpolysaccariden gehört Sie zu den Heilkräutern, die wie Sonnenhut (Echinacea), Kamille und Ringelblume eine antitumorale Wirkung in sich tragen. Arnika unterstützt die koronaren Herzgefässe (kranzförmige Arterien ums Herz) und unterstützen das Herz-Kreislauf-System positiv inotrop (verbesserte Kontraktion).

Arnika - die grosse Volksheilpflanze bei rheumatischen Beschwerden. In äusserlicher Anwendung ist sie hervorragend geeignet bei allen rheumatischen oder neuralgischen Schmerzzuständen. Sie reduziert deutlich den Schmerz und die Gelenksteifigkeit. Arnika äusserlich angewendet, lindert Arthritis im Kniegelenk im ähnlichen Styl wie Diclofenac und bei Fingerpolyarthose kann sie Cortisongaben ersetzen (dies in Kombination mit Bilsenkraut). Kurz zusammengefasst wirkt Sie entzündungshemmend, kreislaufanregend und blutstillend.

Äusserlich ist Arnika unbedenklich anzuwenden. Als Tee oder Tinktur ist es empfohlen, nur in einer Mischung einzunehmen.

Beim Räuchern verbessert Arnika Rauch den Schlaf, soll aber auch eine anregende Wirkung haben. Der menschliche Geist wird durch Arnika stimuliert.

Arnika kann durchaus pur zum Räuchern benutzt werden. Räuchermischungen mit Arnika wird häufig Cassia-Rinde beigegeben, Giftlattich, Wacholder, Wermut, Katzenminze, Eisenkraut oder Hirtentäschel.

Traditionell wird Arnika in verschiedenen Ritualen verwendet, z. B., um vor einem Blitzeinschlag zu schützen.

 

Die Legende der Arnika

Aus Italien

Nicht weit von Primiero lebte einmal ein junger Mann. Dem waren schon lange die schönen, jungen Guane, die Nixenmädchen, aufgefallen, die abseits in einer Hütte lebten. Eine davon war besonders hübsch und freundlich. Sie trug ihr schönes blondes Haar offen und sie leuchteten in der Sonne. Wie alle Guane hatte auch sie die Füsse verkehrt herum. «Was stören mich ihre Füsse, wenn sie schön ist und ein gutes Herz hat», dachte er schliesslich und bat die junge Frau, ihn zu heiraten.

Die junge Guana lächelte ihn an und sprach «Gerne will ich deine Frau werden. Doch du musst mir zwei Dinge versprechen. Du musst in meiner Hütte wohnen und du darfst niemals meine Haare berühren.» Der junge Mann versprach es gerne und so wurden die beiden Mann und Frau. Eine glückliche Zeit begann. Fünf Söhne wurden den beiden geboren und schliesslich noch eine Tochter, die genauso aussah wie ihre Mutter. Jeden arbeitete der Mann auf dem Feld und kehrte abends glücklich zu seiner Frau zurück.

Einmal aber trat er müde in das Haus und sah, wie seine Frau im Bett lag. Im Kerzenschein leuchteten ihre Haare wie Gold. Da konnte er nicht widerstehen und strich ihr zärtlich über das Haar.

Die Guana fuhr aus dem Schlaf hoch und begann zu zittern. Sie wurde totenbleich und immer schmaler und blasser und löste sich schliesslich wie ein dünner Rauchfaden auf und verwand. Verzweifelt rief der junge Mann nach ihr, Doch sie kehrte nicht zurück Die ganze Nacht weinte er über seinen Fehler. Am nächsten Morgen trug er den Kindern auf, brav zu sein, bis er am Abend vom Feld zurückkehre.

Wie staunte er, als er die Kinder am Abend satt und zufrieden im Bett wiederfand »Unsere Mutter war da.», riefen sie glücklich, «Doch sie ist wieder fort gegangen.» So ging dies nun jeden Tag. Die Sehnsucht des Mannes nach seiner Frau wurde mit jedem Tag grösser. Eines Morgens ging er fort und kehrte bald darauf heimlich zum Haus zurück. Er versteckte sich hinter dem Backtrog und hörte die Stimme seiner Frau. Sie rief die Kinder zu sich, kämmte ihnen die Haare und kochte das Essen. Als sie in die Nähe seines Verstecks kam, hielt er es nicht länger aus. Er sprach hervor, fasste sie am Arm und sprach: «Bitte verzeih mir meinen Fehler. Bleib bei uns!»

Die Guana jedoch schluchzte: «Was hast du getan! Jetzt darf ich nie mehr wiederkommen» Sie riss sich los und rannte über die Wiesen davon, und in ihnen Fussspuren leuchteten auf einmal gelbe Blumen auf. Die Kinder liefen ihrer Mutter nach: »Warte auf uns!» riefen sie und liefen weinend dem Weg der Bluem nach bis zum See Welsperg, dort hörte die Spur auf. Nach einer Weile kehrten die Jungen zum Vater zurück. Nur das Mädchen blieb am Wasser und wartete.

Auf einmal hörte es Schritte. Eine bucklige Alte kam langsam auf das Mädchen zu: «Warum weinst du?», fragte sie. Das Mädchen erzählte von seiner Mutter.

«Trockne deine Tränen» sagte die Alte. «Nur die Sterne können dir helfen. Ich will dich ein Sprüchlein lernen. Wenn du zu Lorenzianacht zum See kommst und das Sprüchlein sagst, wirst du deine Mutter noch einmal wiedersehen. Getröstet ging das Mädchen nach Hause. Es half dem Vater bei der Arbeit, war still und fleissig und wartete geduldig auf die Lorenzianacht. In diesen Tagen schlick es sich heimlich hinaus zum See und rief das Sprüchlein, das die Alte es gelehrt hatte: «Sternschnuppem klein Himmelslicht, bring mit meine liebe Mutter zurück.»

Da fühlte das Maschen zwei weiche Arme, die es umschlossen. Das Mädchen drehte sich um und sah seiner Mutter ins Gesicht. Sie lächelte. Ihre goldenen Haare waren silbern geworden. Die Mutter lehrte das Mädchen ihr Wissen um die Heilkraft der goldgelben Blüten, dann verschwand sie auf nimmer wiedersehen. So kam die Arnika in die Welt. Überall wo sei blüht, sieht man die Spruen der Haare der Guana. Dis heute hat sich das Wissen über ihre Heilkraft bewahrt.

Tränen des Laurentius sind ein jährlich in der ersten Augusthälfte wiederkehrender Meteorstrom, der in den Tagen um den 12. August ein deutliches Maximum an Sternschnuppen aufweist. Sie haben eine hohe Geschwindigkeit und können als sogenannte Feuerkugeln sogar die Helligkeit der Venus erreichen. Oder sind es doch die Tränen der Guana.

 

 

Literaturnachweis

Wildes Weiber Wissen / Katharina Waibel

Praxis- Lehrbuch Heilpflanzenkunde / Ursel Bühring

Pflanzenmärchen aus aller Welt / Djamila Jaenike

räucherwelt.ch

ebi-pharm.ch

wikipedia.org

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