top of page
fuchsgreiskraut.jpg


Senecio Fuchsii  Fuchsgreiskraut

Die Einstellung, immer zu kurz zu kommen,

zu wenig zu haben, nimmt uns die Süsse des Lebens.

Im Hochsommer, in den Hundstagen im August, ist es besonders schön im Wald. Unter Fichten und Laubbäumen ist es nicht mehr kalt, sondern angenehm kühl. Bäume, Kräuter und der Boden würzen die Luft mit einem angenehmen moosigen Duft und immer wieder leuchten einem die graziösen, in lockeren Doldenrispen gefassten, goldgelben Blüten einer schier mannshohen, rötlichbraun-stängeligen Staude entgegen.

Der Name der Pflanze ist einleuchtend, denn sie wächst, wo tatsächlich die Füchse umherstreuenden. Aber das Kraut hat nichts mit Füchsen zu tun. Sondern wurde nach dem Botaniker Leonhard Fuchs aus dem 16. Jahrhundert benannt. Leonhard Fuchs selbst, wie auch andere Pflanzenmeister der damaligen Zeit, nannte das stattliche Waldgreiskraut «Heydnisch Wundkraut» oder auf latenisch, Solidago Sarracenia, auf Deutsch, die Goldrute der Sarazenen oder Virga Aurea, goldener Zweig, Waldgoldrute.

Dass man es mit der Goldrute (Solidago Virgaurea) verwechselte, erstaunt wenig. Beide Korbblütler sind Waldbewohner, öffnen ihre goldgelben Blüten im Hoch- und Spätsommer und sind, oberflächlich gesehen, einander ähnlich.

Mit der Bezeichnung «heidnisch» wollte man sagen, dass man es mit einer äusserst wirksamen Heilpflanze zu tun hat, die schon die Heiden vor vielen Jahren benutzten.

Sarazenisch bezieht sich auf die Sarazenen. Die muslimischen Gegner der Kreuzritter. Während der Kreuzzüge lernten europäische Ritter und Gelehrte die hochentwickelte und recht wirksame Heilkunde der Araber kennen. Was exotisch ist, lässt sich gut verkaufen. Clevere Apotheker bereiteten jede Menge teure sarazenische Elixiere (arabisch al-iksir = Stein der Weisen) und Präparate. So wurde diese alte einheimische Pflanze, die vor allem in den feuchten Wäldern Mitteleuropas, im Kaukasus und in Sibirerin wächst, als Herba Consolida Sarracenica (als «das festmachende sarazenische Kraut») angepriesen.

Aber zurück zu Meister Fuchs. Er schreibt in seinem «New Kreüterbuch» (1543): «Heidnisch Wundkraut, wie der Name anzeigt, heilt allerlei Wunden und Geschwür. Grün zerstossen und aufgelegt, macht es Fleisch und heilt es zusammen. Gedörrt und gepulvert auf frische und alte Wunden, auch auf Fisteln gestreut, reinigt sie und heilt sie schnell aus». Das Fuchsgreiskraut hatte damals einen grossen ruf, stark infizierte, entzündete Wunden heilen zu können. Heute, mit Zeitalter von Antibiotika, ist es fast völlig vergessen. Eine weitere wichtige Anwendung fand das Kraut – innerlich als Tee oder Tinktur – als Blutstiller bei Gebärmutterblutungen. Die Inhaltstoffe unter anderen das Alkaloid Senecionin, haben eine kapillarverdichtende Wirkung.

Diese Heilpflanze, auch Mägdeheil genannt, hat das Leben vieler Frauen gerettet.

Das Fuchsgreiskraut ist ein auch heute noch ein gutes Mittel, vor allem für dich als Frau. Stark verdünnt, unterstützt es dich bei starken Menstruationen, bei Beckenbodenbeschwerden und bei der Menopause. Wirkst du blass und nervös? Leidest du unter einer Kombination von Blasen- und Gebärmutterbeschwerden?

 

Leider hat man in der Pflanze, im Nanobereich, das berüchtigte, leberschädigende Pyrrolizidin-Alkaloid gefunden. Die sogenannte Kommission-E, deren Aufgabe es ist zu entscheiden, welches Heilkraut das Volk verwenden darf, erteilte der Pflanze daraufhin eine Negativ-Monografie. Medizinprofessor Rudolf Fritz Weiss ist dennoch überzeugt, dass nichts gegen eine kurzfristige Anwendung der Pflanze spricht. In den Apotheken findet man das Heilkraut jedenfalls nicht mehr. Als blutdrucksenkender Diabetikertee, hat er ebenfalls ausgedient.

Das Fuchsgreiskraut ist äusserst vielseitig, es gibt viele schwer trennbare Formen. Botaniker streiten, ob das nun verschiedene Rassen oder Unterarten sind oder nicht. Ob die Verwandten Senecio Nemorensis und Jakobs-Kreuzkraut. Raupen, wie die vom Russischen Bär und dem Schönbär, beides herrlich bunte Falterarten, beteiligen sich nicht an den Spitzfindigkeiten. Sie fressen gierig an den Gewächsen und kümmern sich nicht um Pyrrolizidine. Sie nehmen die Giftstoffe in sich auf und werden so für ihre Fressfeinde ungeniessbar. Das echte Fuchskreuzkraut Senecio Fuchsii enthält nur 0,01% Pyrrolizidin-Alkaloide. Die in ihm enthaltenen Alkaloide und das Senecionin sind völlig ungiftig.

 

Du bist schnell gereizt.

Du könntest immer jammern und klagen.

Du kannst dich schlecht auf eine Sache konzentrieren.

Du leidest unter Stimmungsschwankungen, von euphorisch bis traurig.

 

Was lässt dich ausbluten?

Wer berreichert sich an deinem Lebenssaft/ -energie?

Was nimmt dir die Süsse am Leben?

Wirst du so wahrgenommen, wie du bist?

 

Zeit, aus der Opferrolle zu kommen! Warum nur wuchert das Kraut, so sehr um uns herum? Sehen wir uns am Ende als Opfer? Die Einstellung, immer zu kurz zu kommen, zu wenig zu haben, nimmt uns die Süsse des Lebens. Das Blut ist der Saft des Lebens. Lass nicht mehr zu, dass Situationen dich innerlich schwächen. Das Fuchsgreiskraut und seine Verwandten - Es winkt uns von allen Seiten zu.

 

Literaturangaben

Die Seele der Pflanzen / Wolf-Dieter Storl

heilkraeuter.de

hallo-homoeopathie.de

bottom of page