top of page
20240209_163957[1].heic


Asplenium Scolopendrium

Hirschzungenfarn

Das Licht der Liebe und Hoffnung

in der Tiefe und der Dunkelheit

 

Kurz Hirschzunge, manchmal auch nur Zunge genannt, gehört zur Familie der Streifenfarngewächse. Anders als andere Farnarten, mit ihren einfach oder mehrfach gefiederten Wedeln, fällt der Farn durch seine glatten, langen Blätter auf. Bestimmte Zierarten gibt es mit stark gewellten Blatträndern.

Seine Lieblingsplätze sind feuchte Felsen und Bergwälder. Selbst auf Schutthalden und in feuchtem, kalkhaltigem Mauerwerk fühlt er sich wohl, so dass er an Friedhofsmauern und in Brunnen, als sogenannter Spaltenwurzler zu finden ist. Aus dem Wurzelstock kommen die dunkelgrünen Blätterbüschel, während die neuen Blätter im Frühjahr eine hellgrüne Farbe aufweisen. An der Unterseite der hirschzungenförmigen Blätter befinden sich längliche Sporen, die von Juli bis September reifen.

In der mittelalterlichen Naturheilkunde hatte der Hirschzungenfarn große Bedeutung als pflanzliches Heilmittel für allerlei Beschwerden. Geschätzt wurde die adstringierende Wirkung auf die Schleimhäute. Dabei wird das Gewebe zusammengezogen. Bakterien können nicht mehr eindringen. Dadurch wirkt der Farn entzündungshemmend bei Wunden. Die Naturheilkundige Klosterfrau Hildegard von Bingen rühmte die Hirschzunge als Lungenreiniger und verschrieb in bei verschiedenen Eingeweideleiden. Neben all seinen heilsamen Wirkungen im Inneren erwähnte Hildegard, dass der Farn auch als Abkochung bei fettigem Haar einzusetzen sei.

 

Die Hildegard-Medizin lehrt ebenso wie die TCM, die Traditionelle Chinesische Medizin, dass bei chronischen Erkrankungen die Leber mitbehandelt werden muss. Der Hirschzungenfarn wurde daher immer zusätzlich als Stärkungs- und Reinigungsmittel der Leber eingesetzt. Anwendung fand er gegen Husten, zur Stärkung der Bauchspeicheldrüse, gegen Kopfschmerzen und als harntreibendes Mittel. Offene Wunden wurden mit den Blättern behandelt. Eine ausgleichende hormonelle Wirkung während der Menstruation und Wechseljahre wird der Pflanze ebenfalls nachgesagt.

 

«Hast Du Brustschmerzen, Schmerzen in der Seite, in den Gelenken… salbe dich dort ein, wo der Schmerz ist, und Du wirst es besser haben»

 

Zu den wichtigen Inhaltsstoffen der Pflanzen gehören Schleimstoffe, Gerbstoffe, Cholin und Vitamin C. Cholin spielt zusammen mit anderen Stoffen eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel und hat daher Einfluss auf die Verdauungsorgane. Hirschzungenfarn wird hauptsächlich als Elixier verwendet, in manchen Fällen auch als Pulver.

Ein Pulver aus Hirschzungenfarn hat sich als Sofortmaßnahme bei verschiedenen Schmerzgeschehen, Nervosität und Ängsten vor Prüfungen oder Reisen bewährt. Es schmeckt allerdings etwas bitter.

Die Wirkung des Hirschzungenfarns wird in der modernen Naturheilkunde heute noch hoch geschätzt. Er dient der Entgiftung des Magen-Darm-Traktes, hilft bei Unterleibsschmerzen, gegen Hormonstörungen während der Wechseljahre, bei Funktionsstörungen von Schilddrüse und Bauchspeicheldrüse, gegen chronischen Husten und Bronchitis, bei allergischem Asthma, und er unterstützt die schwache Lunge oder Leber.

Hirschzungenfarn gilt als optimale Schmerztherapie ohne Nebenwirkungen.

Bei chronischen oder länger andauernden Erkrankungen, wie Leber- und Lungenleiden, Bronchitis oder auch zur Stärkung des Verdauungstraktes empfiehlt sich eine kurmäßige Anwendung, die sich über sechs Wochen erstrecken sollte. Gegen asthmatische Beschwerden sind Intervalle sinnvoll. Mit einer Acht-Wochen-Kur beginnen, danach acht Wochen Pause, um dem Körper Ruhe zur Verarbeitung zu gönnen. Danach wieder mit einer Acht-Wochen-Kur beginnen. Diesen Rhythmus solange beibehalten, bis die Beschwerden endgültig abgeklungen sind. Sollten sie erneut auftreten, mit der zyklischen Kur wieder anfangen.

Auch wenn der Hirschzungenfarn-Wein ein gutes Mittel gegen Bronchitis und asthmatische Beschwerden ist, so hilft er nicht beim sogenannten Raucherhusten.

Äusserlich helfen Umschläge mit der Tinktur gegen Hautentzündungen und Verbrennungen. Als Besonderheit gilt das Hirschzungenfarn-Pulver, aufgrund seiner raschen Wirkung. Daher wird es als Sofortmedizin bei Unfällen eingesetzt, wenn danach Kopfschmerzen, eine Gehirnerschütterung oder posttraumatische Zustände auftreten.

 

«Wenn aber ein Mensch durch einen Schmerz heftig und plötzlich zusammenbring,

der trinke sofort von diesem Pulver in warmem Wein und er wir besser.»

Hildegard von Bingen

 

Da man unterwegs nicht unbedingt warmen Wein mit sich führt, ist die Anweisung von Dr. Hertzka hilfreich, ein bis drei Messerspitzen des Hirschzungenfarn-Pulvers pur einzunehmen. Je nach Schmerzgrad mehrmals täglich das Pulver von der Hand lecken. Wem das Pulver zu bitter ist, kann ersatzweise mehrmals am Tag einen Esslöffel des Elixiers einnehmen.

Bei akut auftretenden Schmerzen wird das Pulver stündlich eingenommen, bis die Schmerzen nachlassen. Verkrampfungen im Körper, die aufgrund eines Schocks entstanden sind, lassen sich ebenfalls mit Hirschzungenfarn-Pulver therapieren, selbst wenn die Ursache schon längere Zeit zurückliegt. Die Behandlungsdauer beträgt zwischen sechs und zwölf Monaten.

Der Hirschzungenfarn wächst dort, wo nicht viel Licht hinkommt. In der Pflanzensymbolik bedeutet das, dass eine starke Lichtaufnahme vorhanden ist. Deshalb gehört die Hirschzunge zu den Pflanzen, die das Licht der Liebe und Hoffnung in der Tiefe und der Dunkelheit verkörpern.

 

 

Ich bin der helle Schein im Dunkeln

und heile deinen Weg.

Ich bin verbunden mit deiner Seele

und helfe dir, verlorene Seelenanteile zurückzuholen,

die durch traumatische Erlebnisse von dir gegangen sind.

Ich bringe dir die Freiheit des Atems,

die Freiheit der Gedanken und Handlungen zurück.

ich helfe dir dabei, ein neues, wiedergeborenes Leben zu feiern.

 

Die meisten Menschen bleiben, im Gegensatz zu den Tieren, im Todstellreflex stecken. Sicherlich hat jeder schon einmal einen Marienkäfer auf seiner Hand gehabt, der auf seinem Rücken lag, alle Beinchen angezogen und sich eine ganze Zeit nicht mehr rührte – der Todstellreflex. In der Hoffnung der Gefahr zu entkommen, ist das die letzte Chance, wenn ein Entkommen nicht mehr möglich ist. Levine entdeckte, dass sogar wenn der Löwe sein Beutetier gepackt hat und zubeisst, das Tier in dem Moment voll auf der Flucht in den Todstellreflex fällt. Ein Schutz, um den tödlichen Biss nicht mehr zu spüren.

Welche Auswirkungen hat das auf uns Menschen? Die Muskeln werden steif, die Gelenke laufen nicht mehr rund, weil die steifen Muskeln sie aus der richtigen Lage ziehen. Der Atem stockt, die Atemmuskulatur ist verkrampft und führt zu Sauerstoffmangel mit entsprechenden Auswirkungen auf den gesamten Stoffwechsel. Unsere Gedanken sind eingeengt, wie auf der Flucht nur noch geradeaus auf den Fluchtweg gerichtet, ein breiteres Gesichtsfeld für Alternativen, für andere Möglichkeiten existiert nicht mehr, ja wird sogar abgelehnt – ein Selbstschutz, denn eine Ablenkung kann zum lebensgefährlichen Stolpern führen. Das wäre ja die Chance, von dem Raubtier hinter einem, eingeholt zu werden. Die Lösung des Traumas, wenn das Raubtier schon längst verschwunden ist, wird durch die Angst verhindert. Dorthin zu schauen bringt die Lebensgefahr ins Blickfeld, was schier unerträglich ist. Hat es doch einem schon einmal beinahe das Leben gekostet. Es ist wie wenn einer schon einmal fast ertrunken wäre und man macht demjenigen den Vorschlag, das Schwimmen zu lernen, damit das nicht mehr passiert – was die Lösung wäre. Natürlich lehnt derjenige das ab, ist er doch in diesem Wasser fast schon einmal umgekommen – wie könnte er da die Lösung darin sehen?

Wunderbarerweise löst genau der Hirschzungenfarn all diese Auswirkungen.

 

In der alten Tradition sagt man, gehen durch Schocks Seelenanteile weg. Die Aufgabe der Schamanen war es, diese zurückzuholen und den Menschen wieder ganz zu machen. Der Farn agiert wie ein Schamane – er macht den Menschen wieder ganz, er holt die Seelenanteile zurück. So beschreibt er sich auch selbst im Buch, ein alter Pflanzengeist, der bereits zu Zeiten der Dinosaurier auf dieser Erde weilte. Und wie seine Blätter, die nicht wie bei den anderen Farnen gefiedert sind, sondern ganz, wo man die früheren Entwicklungsstufen noch an feinen, wie Narben anmutenden Streifen erahnen kann, macht er den Menschen wieder heil und ganz, so dass nur noch die Narben als Erinnerungsspuren zurückbleiben.

Literaturnachweis

medlexi.de

die-regenbogenbruecke.com

Das Heilwissen der Hildegard von Bingen / Günther H. Heepen

bottom of page